Pura Kehen Bangli
Der Pura Kehen ist einer der wichtigsten hinduistischen Tempelanlagen der Insel Bali. Bekannt ist der Tempel der Rajas von Bangli unter anderem für seine prächtigen und häufigen Zeremonien, er ist einer der neun großen Staatstempel Balis.
Impressionen vom Pura Kehen
Zudem ist er einer der ältesten Tempel der Insel und ein perfekt geplantes Stufenheiligtum, eine Bauweise die sonst eher selten ist. Der Name bedeutet in etwa "Tempel des Herdes", er ist dem Gott des Herdes, Hyang Kehen, gewidmet.
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Die Mitglieder der zu früheren Zeiten überaus reichen Kaste der Schmiede verehren hier zudem Hyang Api, den Gott des Feuers. Die Ahnen der Rajas von Bangli haben hier ebenfalls ihren Sitz.
Die Anlage liegt an einem Berghang nahe Bangli in Ostbali auf insgesamt sieben Terrassen, vier davon als Vorstufen und drei als vollwertige Höfe. Dies ist eine sehr alte Bauweise, die sich bei neueren Tempelanlagen nicht mehr in dieser Form findet.
Die Gründung des Heiligtums geht ins 11. Jahrhundert auf den Priester Sri Brahma Kemute Ketu zurück. Zum Staatstempel wurde er erst im 18. Jahrhundert.
Besonders beeindruckend ist der breite von fast lebensgroßen Dämonenfiguren gesäumte Treppenaufgang mit 38 Stufen. Über ihn gelangt man zum reich verzierten Tor (kori agung) mit seinem ausdrucksstarken Kala-Kopf zur Dämonenabwehr und in den ersten Hof. Dort steht ein 300-400 Jahre alter Banyanbaum (Waringin-Baum, Ficus Benghalensis). In ihm befindet sich ein Baumhaus mit der Kulkul, der (Alarm-)Trommel.
Unter Fotografen bricht hier schon mal der Wettstreit aus, wer es schafft den kompletten Baum auf ein Foto zu bannen, was wegen seiner schieren Größe nur mit einem Weitwinkelobjektiv möglich ist.
Wer einen guten Überblick über das ganze Areal haben möchte, der schafft das vom Bukit Bangli aus, einem Bergrücken hinter dem Pura Kehen. Dieser lässt sich in einer halben Stunde besteigen, hier finden sich zudem drei weitere recht kleine aber schöne Tempel.
In der Mauer des zweiten Tempelhofes sind zahlreiche kunstvoll verzierte chinesische Porzellanteller eingelassen, vermutlich Opfergaben. Im Pura Penyimpenan, dem Tempel der Aufbewahrung, liegen drei wertvolle Bronzetafeln aus dem Gründungsjahr Banglis (1204) verschlossen. Hier stehen auch die Schreine der Vorfahren der letzten Könige Banglis.
Im inneren Hof (jeroan) steht ein elfstufiger Meru, geweiht dem Hyang Kehen, sowie in der Nordostecke ein dreisitziger Thron für die Trimurti Brahma-Vishnu-Shiva, oder je nach Ansicht auch den Sonnengott Surya. Seine Basis wird durch eine Schildkröte gebildet, umschlungen von einer Schlange. Es ist dies ein Sinnbild für die Unterwelt.
Die Rückseite des Thrones ist mit Darstellungen zahlreicher indischer Götter versehen. Darunter Shiva mit Sohn Ganesha und Durga, Vishnu mit seinem Fahrzeug Garuda und weitere Gestalten der indischen Mythologie.
Interessant ist die architektonische Gliederung des Tempels, die sich erst durch Betrachtung des Grundrissplanes vollständig erschließt. Folgt man der Hauptachse über die Treppenstufen, durch die Tore bis ins Tempelinnere, so stellt man fest, dass sie keinen der Schreine kreuzt, sondern an der letzten Begrenzungsmauer endet.
Vermutlich soll das böse Geister abwehren, die bekanntlich nur geradeaus laufen können. Sie kommen zwar in den Tempel hinein, können dort aber keinen Schaden anrichten, da sie die Schreine nicht erreichen. Zudem verläuft die Achse nicht gerade sondern leicht schräg nach Osten, zum Sonnenaufgang hin.





































