Pura Besakih, Balis größter Tempelkomplex
Die wichtigste und heiligste Tempelanlage auf Bali, der sog. Muttertempel und das bedeutendste hinduistische Heiligtum Indonesiens ist der Tempel Pura Besakih. Wobei die Bezeichnung Tempel irreführend ist, es handelt sich um ein drei Quadratkilometer großes Areal mit 22 Tempelanlagen und insgesamt etwa 200 Gebäuden.
Impressionen aus dem Pura Besakih
Die im 8. Jahrhundert gegründet Anlage liegt auf etwa 900 Metern Höhe am Südwesthang des Vulkans Gunung Agung, Balis heiligstem und mit 3142 Metern auch höchsten Berg.
Die wichtigsten Fürstengeschlechter Balis haben im Pura Besakih jeweils ihren eigenen Bezirk und auch die Dorfgemeinschaften, Kasten und Berufsgruppen der Insel unterhalten hier ihre Schreine. Die einzelnen Bereiche sind jeweils von einer Mauer umgeben, so ist Besakih nicht ein Tempel sondern viele Tempelanlagen auf einem Areal.
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Das Zentrum der Anlage ist der heiligste Tempel pura panataran agung Besakih, in dem der eine Gott Sanghyang Widhi Wasa verehrt wird. Dies ist die Versinnbildlichung der Trimurti, in der indischen Terminologie die Göttertrinität Brahma-Shiva-Vishnu. Sie ist das Zentrum des Universums und wird im dreifachen Altar sanggar agung verehrt.
Hier und in den übrigen Schreinen treffen zu den wichtigsten Zeremonien und Feiertagen die Götter und Ahnen ein um verehrt zu werden. Speziell zur Zeit des Bhatara Turun Kabeh, dem großen Treffen der Götter im März oder April jeden Jahres, wird hier allen Gottheiten geopfert die für Bali wichtig sind.
Alle hundert Jahre feiert man hier das wichtigste aller Feste, das „Eka Dasa Rudra“, bei dem das Universum in mehrtägigen Zeremonien symbolisch gereinigt wird. Für gläubige Hindus sind die Tempel natürlich frei zugänglich, Besucher können jederzeit zwischen ihnen hindurchwandeln und über die nicht all zu hohen Mauern ins Innere blicken. Auch das Fotografieren ist erlaubt, ansonsten gelten die gleichen Verhaltensregeln wie in jedem anderen Tempel Balis auch.
Erbaut wurde der erste Tempel vermutlich im 8. Jahrhundert von einem Weisen aus Java namens Rsi Markandya. Später stand er dann unter dem Einfluss des Königreichs Klungkung. Seit der Gelgel Dynastie im 15. und 16. Jahrhundert, ist Besakih der wichtigste Staatstempel und der Bestattungstempel für die gottgleichen Könige. So befinden sich im innersten Heiligtum des Tempels, im pura panataran agung, nicht nur Schreine wichtiger Sekten, Adelsfamilien und altbalinesischer Sippen sondern auch die Aufenthaltsplätze wichtiger Könige, bzw. deren Ahnen.
Darunter die Gelgel Herrscher I Déwa Ketut Tegal Besung, Batu Rènggong, Saganing, Di Madé und Pacekan.
Allerdings ist Besakih deutlich älter als die Gelgel Dynastie, man geht davon aus dass der Tempel schon vor 1000 n. Chr. als buddhistisches Heiligtum genutzt wurde, möglicherweise ist die Anlange schon zu vorhinduistischer Zeit als ein wichtiger Verehrungsplatz für den Herrn des Berges genutzt worden. Das würde auch erklären, warum die Anlage so viel schlichter ausgeführt ist, als die meisten anderen balinesischen Tempel die reich verziert sind.
Bei einem schweren Erdbeben 1917 wurde die Anlage teilweise zerstört, danach aber wieder aufgebaut und in der folgenden Zeit mehrmals renoviert. Den Ausbruch des Gunung Agung am 8. März 1963, ausgerechnet während des Eka Dasa Rudra, überstand der Tempel wie durch ein Wunder unbeschadet. Obwohl weite Landstriche verwüstet wurden, etwa 1600 Menschen zu Tode kamen und 86.000 obdachlos wurden. Der gewaltige Lavastrom steuerte zunächst direkt auf den Pura Besakih zu, teilte sich aber kurz davor uns floss nur wenige Meter rechts und links vorbei. Das wurde auf Bali als ein Wunder angesehen, was den Tempel noch eine Stufe heiliger machte.
Für den Reisenden ist die Anlage ein Muss, zumal hier fast jeden Tag irgendwelche Feste und Zeremonien stattfinden, die man gerne beobachten kann, sofern man nicht stört. Zudem sind die Opfergaben hier mit Abstand die reichhaltigsten die man auf Bali finden kann. Zu erreichen ist die etwa 80km von Balis Hauptstadt Denpasar entfernt liegende Anlage mit dem Auto oder allen anderen Transportmöglichkeiten der Insel.
Jeder Fremdenführer und jeder Taxifahrer kennt den Ort natürlich und kaum ein Hotel gibt es, das keine Tour dorthin anbietet. Wer nicht nur staunen und fotografieren möchte, für den gibt es die Möglichkeit den Gunung Agung zu besteigen.
Von Besakih aus dauert der Aufstieg etwa sechs Stunden, ein einheimischer Führer muss unbedingt hinzugezogen werden, denn die Wege sind teils steil und ungesichert. Auch das Wetter ist für den Fremden unberechenbar und praktisch der ganze Berg ist heilig. Man sollte also wissen welche Orte man betreten darf und welche nicht.






































