Lombok, Balis kleiner Nachbar
Wer an Bali denkt, der denkt auch an Lombok, Balis touristisch weniger erschlossene aber mindestens ebenso schöne Nachbarinsel. Etwas kleiner, etwas mehr Natur, weniger Menschen.
Grüne Hügel, weiße Sandstrände und raue Vulkanlandschaften bestimmen das Bild der Insel, alles überragt vom 3.726 Meter hohen Vulkan Rinjani, dem zweitgrößten Indonesiens und deutlich höher als Balis Gunung Agung.
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Obwohl Bali und Lombok fast immer in einem Atemzug genannt werden, sind die beiden Inseln doch durch eine wichtige geographische Besonderheit getrennt. Zwischen ihnen verläuft die Lombokstraße und auf dieser die Wallace-Linie, jene biogeografische Grenze, die Asiens Tier- und Pflanzenwelt von der Australischen trennt.
Auf Lombok ist es etwas trockener als im Durchschnitt Balis, in etwa vergleichbar mit Ost-, oder Nordbali. Entsprechend wenig der für Bali so typischen Reisterrassen gibt es hier, dafür mehr Trockenfelder mit Reis und Kaffee sowie Gemüse- und Obstanbau. Eine spezielle Chili-Sorte, die cabe lombok, kommt von hier. Regenzeit ist von Oktober bis Mai, Trockenzeit von Juni bis Oktober.
Lombok gehört wie Bali zu Indonesien, ist Teil der Kleinen Sunda-Inseln und ebenfalls vulkanischen Ursprungs. Die Insel ist mit 4725 km² etwas kleiner als Bali und hat auch nur 2,4 Millionen Einwohner, 360.000 davon in der Hauptstadt Mataram.
Etwa 85% davon sind Sasak, die Einheimischen Lomboks und der Rest setzt sich zusammen aus Balinesen, Chinesen, Arabern, Javanern und Sumbawanesen. Die Sasak bekennen sich seit dem 16. Jahrhundert zum Islam, überwiegend zur orthodoxen Form Waktu Lima.
Entsprechend unterscheiden sich Kultur und religiöses Leben von dem auf Bali. Es gibt zwar auch hier die typisch balinesische Musik, bestimmt von Gamelanorchestern und ähnliche Tänze. Aber eben auch die muslimischen Musikstile und Tänze mit Instrumenten aus Sulawesi oder Sumbawa.
Tänze und Zeremonien unterscheiden sich somit zum einen regional voneinander, zum anderen natürlich von denen der Insel Bali. Gesprochen wird auf Lombok überwiegend Indonesisch und verschiedene Dialekte der Sasak-Sprache die von Ort zu Ort recht unterschiedlich sein können.
Umgeben ist Lombok von mehreren kleinen Eilanden, die wohl bekanntesten dürften wohl die Gili-Inseln im Nord-Westen sein, mit ihren legendären Tauchspots, dem kristallklaren Wasser und der vielfältigen Tierwelt.
Der Tourismus ist hier noch nicht so stark ausgeprägt wie in den den Zentren Balis, die Erschließung begann auch erst um 1980 herum. Das bekannteste Ziel ist der etwa 10 km lange Strand um den Ort Senggigi.
Eine ganze Reihe wirklich guter Hotels und Restaurants sind hier zu finden, zu meist günstigeren Preisen als man es von der großen Schwester Bali her kennt. Beliebt ist die Insel vor allem bei Reisenden, die keinen großen Rummel brauchen, sondern sich lieber ganz auf die Landschaft und die Kultur einlassen wollen. Lombok lädt ein zu ausgedehnten Wanderungen, fernab großer Städte und deren Hektik. Und natürlich zu ausgedehnten Tauchtouren, denn die Unterwasserwelt ist hier nicht nur intakt sondern auch atemberaubend schön.
Zu erreichen ist Lombok von Bali aus entweder mit dem Flugzeug, der Selaparang Airport befindet sich in der Hauptstadt Mataram, oder mit der Fähre. Diese braucht von Padang Bai (Bali) etwa 4 bis 9 Stunden, je nachdem welche Art von Boot man nutzt.
Die ersten Siedler auf Lombok waren wohl die Einwohner eines Königreich der Sasak, namens Selaparang. Dieses Reich zersplitterte sich aber in mehrere kleinere Fürstentümer und fiel ab Mitte des 18. Jahrhunderts unter balinesische Herrschaft.
1674 kamen die ersten Holländer, die im Osten der Insel siedelten. Ab 1894 wurde Lombok nach erbitterten Kämpfen gegen die balinesischen Besatzer zu Holländischem Kolonialbesitz. Im zweiten Weltkrieg besetzten die Japaner im Jahre 1942 die Insel, seit dem 17. August 1945 ist Lombok ein Teil Indonesiens.





















